Archiv für April 2010

“Der Fluch des Mauren” & eine neue Liebe

Mittwoch, 21. April 2010

In Ralswiek fand am Montag ein großes Treffen statt. Unser Held Klaus Störtebeker, alias Sascha Gluth, traf das erste Mal auf seine große Liebe Maria, Claudia Gaebel. Zum Glück waren sich die Zwei sofort sympathisch ;) da kann unsere neue Saison ja losgehen!

Das Treffen hatte mehrere Gründe: zum Einen konnten die Zwei sich so schon einmal vorab kennenlernen, zum Anderen sollte Claudia zum Vorreiten erscheinen – ein Klacks für die junge Dame, da sie auf dem Rücken der Pferde zu Hause ist. Und da die Beiden schon einmal da waren, wurden auch gleich Fotos für das Plakat 2011 aufgenommen – Vorbereitung ist eben Alles!

Wenn sich unser “frischgebackenen Bühnenpaar” trifft, darf die Presse natürlich auch nicht fehlen ;). So konnte man heute in der Bildzeitung von ihrem ersten Treffen lesen und sehen wie unser Pärchen gemeinsam “privat” aussieht. “Des Kaisers neue Kleider” sind noch im Entstehungsprozess bei unserer Kostümbildnerin Christina Maass und werden gerade auf unserer Darsteller zu geschnitten. Aber bald ist es soweit ;) Dann wird es die ersten Bilder unseres Traumpaares 2010 im Kostüm geben.

Posiert wurde vor der diesjährigen Kulisse – die Bühnenmaler sind endlich eingetroffen und schwingen ihre Pinsel mit vollem Elan, so dass zum Beginn der Probenzeit die Kulisse schon den perfekten Look haben wird! So lässt es sich doch gleich viel besser proben ;)

Mich persönlich hat es heute sehr gefreut im Rüganer Anzeiger einen Bericht über unsere neue Internetseite zu lesen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Andreas Pfaffe, dem Redakteur, welcher uns seid vielen Jahren begleitet und bei allen wichtigen Ereignisse dabei ist, um über unsere Geschehnisse zu berichten! Wir freuen uns jetzt schon auf seine Interviews und Berichterstattungen, die wir natürlich auch hier veröffentlichen werden.

Wer möchte kann auch direkt beim Rüganer Anzeiger Berichterstattungen der aktuellen Saison und der letzten Jahre im Onlinearchiv nachlesen.

In knapp zwei Wochen fangen unsere Proben an, unsere Vorfreude und Aufregung steigt täglich! Natürlich wird es dann an dieser Stelle auch Berichte direkt, live und in Farbe von der Bühne geben, damit Sie, liebe Leser, immer bestens informiert sind.

Also, bald gibt es wieder neue News von mir!
Liebe Grüße aus dem Piratendörfchen Ralswiek,
Ihre Piratentochter

Der direkte Draht zur Piratentochter

Mittwoch, 21. April 2010

Brandneue Internetpräsentation der Störtebeker Festspiele

Die Adresse www.stoertebeker.de bleibt – der Webauftritt ist hingegen komplett neu gestaltet. Ein Besuch lohnt sich. Repro

Ralswiek (apf). Auf 17 erfolgreiche Spielzeiten können die Störtebeker Festspiele bisher verweisen. Insgesamt 4.865.000 Besucher haben das Open-Air Theater am Großen Jasmunder Bodden in dieser Zeit besucht, um die Geschichten um die Legende Klaus Störtebeker zu erleben. Auch für das diesjährige Stück – Störtebekers Gold „Der Fluch des Mauren“ – sind die Weichen gestellt. Am 9. Mai starten in der Regie von Holger Mahlich die Proben, das neue Bühnenbild nimmt mehr und mehr Form an und der Bautrupp um Bauchef Klaus Tiedtke bemüht sich, die wunderschönen Entwürfe des bewährten Bühnenbildners Falk von Wangelin originalgetreu umzusetzen. Doch auch „hinter den Kulissen“ wird kräftig gewerkelt wie in der Schneiderei, wo die Nähmaschinen kaum zum Stillstand kommen, um die neuen Kostüme als Augenschmaus zu fertigen.

Von einem Ergebnis können Sie schon heute profitieren, denn seit dieser Woche präsentieren sich die Störtebeker Festspiele mit einem neuen, frischen und funktionalen Outfit im World Wide Web unter der Adresse www.stoertebeker.de. Das hat die Agentur „tlgg – torben, lucie und die gelbe gefahr gmbh“ mit dem Webspezialisten „Webteilchen“ gestaltet. „Viele unserer Fans sind online unterwegs, jährlich werden immer mehr Karten über das Internet gebucht und auch Online-Bestellungen im Fanshop nehmen immer mehr zu – da war es höchste Zeit, uns an die Gegebenheiten anzupassen und mit den Veränderungen Schritt zu halten“, so die Piratentochter, mit der man künftig auch per E-Mail kommunizieren kann. Bis 15. April wurden 93.000 Tickets gebucht und weitere 60.000 reserviert. Etwa 70 Prozent erfolgt online.

Wenn auch Sie jetzt schon Ihre Karten für das diesjährige Stück, das vom 19. Juni bis 4. September Montag bis Samstag um 20 Uhr beginnt, sichern wollen, dann können Sie dies im Internet, an den Kassen auf dem Festspielgelände oder unter der Ticket-Hotline (03838) 31100 tun.

Quelle: Rüganer Anzeiger 22. April 2010
Redakteur: Pfaffe

Druckfrisch aus der Bild Zeitung

Mittwoch, 21. April 2010

“Ich+Ich” live im September auf der Naturbühne Ralswiek

Dienstag, 20. April 2010

Unsere Saison hat noch nicht richtig begonnen, da steht schon ein anderes Highlight für diesen Herbst fest.
Die Tore der Störtebeker Festspiele werden sich für einen Abend im September wieder öffnen – denn die Band “Ich+Ich” wird am 11. September 2010, um 20 Uhr, auf der Naturbühne in Ralswiek, ein großes Live Konzert geben!

Und Sie können schon heute Ihre Karten an allen bekannten Vorverkausstellen für dieses Konzert buchen.

Als Erstes freuen wir uns auf unseren Sommer mit Störtebekers Gold “Der Fluch des Mauren”, Premiere ist am 19. Juni 2010 um 20 Uhr, Vorstellungen Montag – Samstag um jeweils 20 Uhr – bis zm 4. September 2010, und danach auf ein herbstliches Musikhighlight mit einer einzigartigen Band!

Seien Sie dabei! Wir freuen uns auf Sie!

“Gute Reise” Tour von “Ich+Ich” am 11. September 2010, 20 Uhr

Tickets unter 01805 / 202323 im Internet unter www.antennemv.de, sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen!

Konzertkarten werden leider nicht über die Störtebeker Festspiele GmbH & Co. KG vertrieben. Weder online, telefonisch oder Vorort! Wir bitten Sie um Ihr Verständnis!

stoertebeker.de brandneu

Freitag, 16. April 2010

Herzlich Willkommen auf der brandneuen Internetseite der Störtebeker Festspiele!

Wir freuen uns ausserordentlich Sie hier bei uns im neuen Online-Look begrüssen zu dürfen und hoffen, es gefällt Ihnen bei uns!

Die Störtebeker Festspiele befinden sich im 18. Jahr und wir dachten es wäre an der Zeit uns mit einem neuen, frischen Gesicht zu präsentieren. Viele unserer Fans sind online unterwegs, jährlich werden immer mehr Karten über das Internet gebucht und auch Online-Bestellungen im Fanshop nehmen immer mehr zu – da war es höchste Zeit, uns an die Gegebenheiten anzupassen und mit den Veränderungen im world wide web Schritt zu halten.

Im Frühjahr hat die Agentur “tlgg – torben, lucie und die gelbe gefahr gmbh“, mit dem Webspezialisten “Webteilchen” unseren neuen Internetauftritt gestaltet und nun ist er  umgesetzt. In Berlin hat man sich wirklich Gedanken gemacht, wie man uns ansprechend und zeitgemäss präsentiert und im Ergebnis lesen und klicken Sie gerade.

Und es sind einige Neuerungen dazu gekommen. Allein unser Bereich “Geschichte” erfüllt uns mit Stolz, so können Sie liebe Leser  in unsere langjährigen Geschichte wirklich blättern und selbst entdecken, welche Schauspieler schon  bei uns gespielt haben. Wir haben zwar nicht “die Bretter die die Welt bedeuten”, dafür aber “den schönsten Theatersand Deutschlands”! So mancher prominente Schauspieler hat schon die Saison auf der wunderschönen Insel Rügen verbracht und seine Fussspuren hier  hinterlassen.

Auch in diesem Jahr sind wieder wunderbare neue Gesichter und natürlich alte Bekannte mit von der Partie.

Am 9. Mai 2010 starten auf der Naturbühne Ralswiek die Proben zu unserem diesjährigen Stück “Der Fluch des Mauren” und wir dürfen gespannt sein, was Regisseur Holger Mahlich mit seinem Team wieder zaubert.

Das neue Bühnenbild nimmt stetig mehr Form an und der Bautrupp der Störtebeker Festspiele, um unseren Bauchef Klaus Tiedtke, bemüht sich nach Kräften die wunderschönen Entwürfe unseres Bühnenbildners Falk von Wangelin originalgetreu umzusetzen.

Beim Team unserer Kostümbildnerin Christina Maass rattern auch schon fleissig die Nähmaschinen. In der Schneiderstube geht es hoch her, um auch in diesem Jahr Kostüme auf die Bühen zu bringen, die Sie liebes Publikum, hoffentlich entzücken werden. Im Winter wurden hierfür  viele neue wunderschöne Stoffe bestellt, damit “Der Fluch des Mauren”  wieder ein Kostümschmaus für Ihre Augen wird.

In diesem Bereich, “Aktuelles“, werden Sie zukünftig alle wichtigen Neuigkeiten erfahren – von aktuellen Probenfotos, Vorstellungen der einzelnen Schauspieler, kleinen Ankündigungen und Verlosungen bis zu aktuelle Presseberichten und Informationen zur Geschichte des Mittelalters.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Theater und auch hier bei uns auf stoertebeker.de!

Bis hoffentlich ganz bald ;) “Gottes Freund und aller Welt Feind”

Ihre Piratentochter

P.S. Wenn Sie auf Facebook unterwegs sind, können Sie auch dort mit uns befreundet sein! Werden Sie Fan der Störtebeker Festspiele!

Ach so und unsere Internetauftrittserschaffer finden Sie über www.tlgg.de und unter www.webteilchen.de ;)

Störtebekers Gold – „Das Vermächtnis“ Historischer Hintergrund der Geschichte um den Schatz der Templer

Freitag, 16. April 2010

Ralswiek (DR). Im Jahre 1395 wurde mit dem Frieden von Skanör und Falsterbo der mehr als sechsjährige Krieg zwischen Dänemark und Mecklenburg beendet. Damit verloren die Vitalienbrüder ihre Daseinsberechtigung. Sie büßten ihre Stützpunkte an Land ein und es blieb ihnen nur noch die Flucht. In mehrere Gruppen aufgesplittert segelten sie nach Russland, in die Nordsee und wahrscheinlich sogar in das Mittelmeer.

Bis Calais ist ihre Spur auf jeden Fall urkundlich nachzuweisen. Calais stand zu der Zeit unter englischer Besatzung – eine Folge des „Hundertjährigen Krieges“ zwischen England und Frankreich. 1395 ruhten die Waffen allerdings. Beide Seiten waren militärisch erschöpft. Diese Situation nutzte der junge englische König Richard II. um seine Macht im Inneren zu festigen. Er heiratete Isabella, die noch jugendliche Tochter des französischen Königs Karl VI. (1396) und verhaftete drei der fünf „Appellanten“ (1397) – mächtige Fürsten, die 1388 auf dem so genannten „Gnadenlosen Parlament“ seine unumschränkte Macht durch einen Regentschaftsrat entscheidend eingeschränkt hatten. Diese drei Fürsten wurden wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. (1398) Einer von ihnen war Thomas v. Gloucester – ein Onkel König Richards, der bereits vor Prozessbeginn in Calais inhaftiert war und noch vor dem Urteilsspruch ermordet wurde. Allerdings sank auch Richards Stern sehr bald. Heinrich Bolingbroke, ebenfalls einer der „Appellanten“, der auf Lebenszeit in die Verbannung geschickt wurde, rebellierte gegen den König, nahm ihn gefangen und ließ ihn 1399 mit hoher Wahrscheinlichkeit ermorden. Am 13. Oktober 1399 ging Bolingbroke als Heinrich IV. in die Geschichte ein.

Um die Geschichte der Templer ranken sich unendlich viele Mythen und Legenden. Die Tempelritter – ihr voller Name lautet: „Die Armen Ritter Christi und des Tempels Salomonis“, waren ein geistlicher Ritterorden, der ursprünglich Pilgern im Heiligen Land Schutz und Beistand gewähren sollte. Die Gründung des Ordens ist datiert auf ca. 1119. Die Eroberung Jerusalems durch den 1. Kreuzzug liegt gerade zwanzig Jahre zurück. Die Templer zeichneten sich durch Kühnheit, Frömmigkeit und strenge Zucht aus. Sie beteiligten sich an fast allen Schlachten im Heiligen Land. Sie kämpften stets im vordersten Glied und waren immer die Letzten, die sich zurückzogen. Der ursprünglich arme Orden wurde durch Schenkungen und umfangreiche Privilegien im Laufe der Zeit immer reicher und mächtiger. Sie investierten ihre Gelder wohlüberlegt und waren die einzigen Christen, die Geld gegen Zins verliehen. Für Fürsten und Edelleute führten sie Konten, bekleideten hohe Posten als Finanzberater, bewahrten Schatztruhen und Kronjuwelen auf, zogen Steuern ein und geleiteten Geld und Werttransporte. So entstand im Laufe der Zeit ein gewaltiges Finanzimperium.

An der Spitze der Templer stand ein Großmeister. Ihm unterstanden ca. 7.000 Ritter, Sergeanten, dienende Brüder und Priester. Über fast alle Länder der westlichen Christenheit erstreckte sich ein Netz von mindestens 870 Burgen, Komtureien und Zweigniederlassungen. Sie verfügten über eine Flotte und ihre Kapitalmacht wurde von Päpsten und Königen genutzt. So auch vom französischen König Philipp dem Schönen. Doch die immensen Schulden der französischen Krone brachten Philipp dazu, die Templer unter dem fadenscheinigen Vorwurf der Ketzerei und der sexuellen Verworfenheit zu vernichten. Sie wurden beschuldigt das geheiligte Königreich Frankreich mit den geheimen und hinterhältigen Mitteln der Hexerei zu unterminieren. 1307 wurden sämtliche Komtureien und Ordenshäuser in Frankreich besetzt und die Tempelritter im Namen der Inquisition abgeführt, eingekerkert, gefoltert und getötet. Am 18. März 1314 wurde nach einem unendlich langen Prozessgezerre, in dem es mehr um den Einfluss von König oder Papst ging, der letzte Großmeister des Ordens, Jakob von Molay, in Paris verbrannt. Allerdings war es dem Papst gelungen, den Großteil der Ländereien der Templer und ihrer unbeweglichen Habe, den “Johannitern” zu übertragen. Ob der unermessliche Schatz der Templer der französischen Krone zufiel oder nicht, ist bis heute umstritten.

Soweit die Fakten: Die Legenden sind nicht zu zählen. Einige wenige, die mit der diesjährigen Geschichte in Zusammenhang stehen, seien kurz erwähnt. Kurz vor dem Zugriff des Königs sollen 18 schwer beladene Schiffe der Templer den Hafen von La Rochelle verlassen haben. Höchstwahrscheinlich sind sie nach Schottland gesegelt. Die Templer, die sich dem Zugriff des französischen Königs entziehen konnten, flohen in der Regel nach Portugal oder Schottland. Henry Sinclair, ein schottischer Edelmann, soll 1395 oder 1398 nach Amerika gesegelt und dort in Neuschottland (so der heutige Name!) gelandet sein. Versteckte er den Schatz auf Oak Island, einer einsamen Insel vor der kanadischen Küste? Auf Oak Island wird noch heute nach dem Schatz gesucht. Kanadische Wissenschaftler haben seltsame Bodengestaltungen unter Wasser entdeckt, die möglicherweise künstlich angelegt wurden, als dieses Gebiet höchst wahrscheinlich als Teil der Insel noch über Wasser lag. Sie sehen, es gibt noch genug Stoff für die nächsten Geschichten in Ralswiek . . .

Quelle: Rüganer Anzeiger
Redakteur: Andreas Pfaffe

Die Legende von Klaus Störtebeker

Donnerstag, 15. April 2010

Die Sage von Klaus Störtebeker ist in verschiedenen Regionen verbreitet, was sicher auf den großen Aktionsradius der Vitalienbrüder im Bereich der Ost- und Nordsee zurückzuführen ist. So trifft man die Sage in Pommern, Mecklenburg, Hannover, Hamburg, Holstein und Ostfriesland an, was eine ganze Reihe unterschiedlicher Herkunftsorte und Familienzugehörigkeiten für Störtebeker und Michels zur Folge hat. Hamburg, Halsmühlen bei Verden, Wismar, Rügen, Michaelsdorf bei Barth werden etwa als Herkunftsorte der Seeräuber genannt. Die soziale Herkunft der beiden wird auch nicht einheitlich angegeben, sondern bewegt sich in der Spannbreite zwischen Knechten und mecklenburgischen oder ostfriesischen Adligen. Sicher hat der eigentümliche Name „Störtebeker“ zur Verbreitung des Seeräuberstoffes beigetragen, so wie er wohl auch dafür gesorgt hat, dass Goedeke Michels dahinter zurücktreten musste. Der Name bezeichnet ursprünglich wohl ein Gefäß, einen „Becher mit einer Stürze oder Deckel“. Im übertragenen Sinne von „Stürz den Becher“ schien dieser Name die Trinkfestigkeit des Seeräubers zu beweisen. Und so will es die Sage, dass Störtebeker erst dann Aufnahme in der Mannschaft des Goedeke Michels fand, nachdem er gleich zweimal einen großen Becher in einem Zuge geleert hatte, so wie er auch ein Handeisen zerbrach und ein dreimal um einen Mast geschlungenes Hanftau zerriss. Fast unübersichtlich ist die Sagengruppe, die sich mit den Schlupfwinkeln der beiden befasst. Im mecklenburgischen Bereich gibt es besonders viele Höhlen und unterirdische Gänge; Burgen und Schlösser, die tatsächlich existieren oder nicht mehr existieren oder nie existiert haben, Kirchen, Klöster und Türme, in denen sich die Seeräuber zurückzogen, um vor Verfolgung sicher zu sein, soll es in Ostfriesland, Holstein und Mecklenburg gegeben haben. Zwei der bekanntesten Verstecke sind die Störtebekerhöhle bei Stubbenkammer auf Rügen und der Turm von Marienhafe in Ostfriesland. Neben der Höhle von Stubbenkammer werden noch eine Reihe weiterer Schlupfwinkel auf Rügen genannt. Zu richtigen Seeräubern gehört natürlich auch ein Seeräuberschatz. Fast überall dort, wo Störtebeker sich verborgen haben soll, vermutet man einen Schatz, den natürlich noch niemand gefunden hat und wahrscheinlich auch nie jemand finden wird. Über den Inhalt des Schatzes gibt es höchst unterschiedliche Vorstellungen. Eine goldene Kette, eine goldene Wiege, ein goldener Backtrog, ein goldener Becher, eine silberne Tafel und kostbare Gewänder sollen dazu gehört haben. Einen großen Teil seines Reichtums hat Störtebeker angeblich in den Masten seiner Schiffe verborgen – darunter geschmolzenes Gold, Goldbarren, Kupfer oder auch Münzen, was nach seinem Tod entweder einem armen Tagelöhner oder Schuster, der die Masten ersteigert hatte, zufiel oder einem Zimmermann, der zufällig mit der Axt gegen einen der Masten schlug und dabei den verborgenen Schatz entdeckte. Auch über die Verwertung dieser Reichtümer kursieren sagenhafte Mutmaßungen. Einer Version zufolge kamen sie der Hamburger Stadtkasse zugute, da danach die Hamburger Kirchen mit dem bei Störtebeker gefundenen Kupfer gedeckt worden sind. Da Störtebeker und Michels in der Volkssage ja ausgesprochen beliebt waren und als zwar hart, aber gerecht und sozial eingestellt geschildert werden, haben die beiden der Überlieferung nach auch Stiftungen vergeben. So soll Störtebeker in Verden dafür gesorgt haben, dass den Armen und den am Dom Beschäftigten einmal im Jahr Brot und Heringe gespendet wurden. Diese Sitte hat sich bis in unsere Tage erhalten. Einen großen Raum innerhalb der Störtebeker-Sagen nehmen natürlich die Gefangennahme sowie die Hinrichtung Störtebekers und Michels ein.

In der Sage verschmelzen die beiden Züge gegen Störtebeker und Michels zu einem. Danach werden die beiden Vitalienhauptleute von den Hamburgern in einer dreitägigen Schlacht besiegt. Der Mythos Klaus Störtebeker hat dazu geführt, dass seine Popularisatoren sich schwer taten, die Überlegenheit der Hamburger zu erklären. Es musste eine List herhalten, um Störtebeker und Michels in die Knie zu zwingen. Das Steuerruder Störtebekers wurde mit geschmolzenem Blei fest gegossen, wobei möglicherweise auch Verrat auf Seiten der Vitalienbrüder im Spiel war. Die Versuche Störtebekers, das Blei mit flüssigem Öl zum Schmelzen zu bringen und damit das Ruder wieder gängig zu machen, scheiterten. Mit dem manövrierunfähigen Schiff war es dem Vitalienbrüderhauptmann nicht mehr möglich, sich gegen die Hamburger erfolgreich zur Wehr zu setzen. So wurden er, Goedeke Michels und die Kameraden gefangen  genommen und in die Hansestadt gebracht. Dort steckte man Störtebeker in ein Kellergewölbe des Hamburger Rathauses, das daraufhin „Störtebekers Loch“ genannt wurde.  Die Hinrichtung Störtebekers umranken Legenden: Störtebeker rettet einige seiner Gefährten. Seine letzte Bitte ist, diejenigen zu verschonen, an denen er ohne Kopf vorbeilaufen würde. Die Bitte wird ihm gewährt, und er rettet 11 bzw. 5 seiner Freunde. Dann wirft ihm der Henker einen Klotz vor die Füße oder ein altes Weib stellt ihm ein Bein, so dass er strauchelt. Oder er läuft einfach ohne Kopf davon.

Verlag Campus Dr. Matthias Puhle „Die Vitalienbrüder“

Zeiten und Herrscher zu Zeiten Störtebekers

Donnerstag, 15. April 2010

1361
Dänenkönig Waldemar Atterdag IV. besetzt wiederrechtlich Gotland

1370
„Stralsunder Frieden“, räumt der Hanse ein Mitspracherecht der der Königswahl ein

1375
Waldemar stirbt und hinterlässt zwei Töchter mit zwei erbbrechtigten Enkeln:

Ingeborg, die ältere, Frau des Mecklenburger Herzogs Heinrich III. und Sohn Albrecht IV
Margarete, die jüngere, verheiratet mit dem norwegischen König und Sohn Olaf IV

1376
Die Hanse entscheidet sich für Olaf IV:

1376/77
Albrecht II. von Mecklenburg, Großvater von Albrecht IV., ruft den Krieg gegen Dänemark aus, holt Seeräuber zu Hilfe, öffnet Häfen

1379
Albrecht II. von Mecklenburg stirbt

1380
Margarete übernimmt nach dem Tod von Mann und Sohn die Herrschaft über Norwegen und Dänemark

Erste Erwähnung eines Nicolao Störtebeker

In dieses Zeit immer wieder Ausrüstung der Friedensschiffe durch die Hanse

1388
Albrecht III. Herzog von Mecklenburg, Bruder von Heinrich, und König von Schweden, Krieg gegen Dänemark

1389
Albrecht der III. und Sohn Erich in dänischer Gefangenschaft Herzog Johann I. von Stargard übernimmt die Herrschaft über Schweden

Rostock und Wismar öffnen ihre Häfen für die Seeräuber

Winter 1393/1394
Großoffensive der Dänin gegen das mecklenburgisch-schwedische Stockhom, das die Vitalienbrüder retten

Ende 1394
Störtebeker und Goedeke werden erstmals als Hauptleute namentlich genannt

Bis 1395
Handel auf der Ostsee durch Seeräuberei fast lahmgelegt

Die Vitalienbrüder bauen Gotland zu Operationsbasis aus

26.9.1395
Friedensvertrag zwischen Dänemark und Mecklenburg: Freilassung von König Albrecht und Sohn Erich

1397
Erich besetzt Goltand und Stirbt bald darauf – Gotland unter Sven Sture wieder Piratennest

Frühling 1398
Der Deutsche Orden vertreibt Piraten von Gotland

1398
Die einzelnen verbände der Vitalienbrüder verteilen sich auf Ostfriesland und unterstützen die Häuptlinge

1399
Strafexpedition deutscher Hansestädte gegen die Piraten in Ostfriesland
Goedeke flieht nach Norwegen, Störtebeker nach Holland

Herbst 1400
Störtebeker wird gefaßt und mit seinen Leuten hingerichtet

1401
Goedeke Michels und Wigbold werden gefangen und hingerichtet

1433 bis `35
Piraterie im Ost- und Nordseeraum mit großer Strafexpedition beendet

Literaturhinweis
Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder: Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit. Campus Verlag. Frankfurt/Main, New York 1994

2009 “Das Vermächtnis”

Donnerstag, 15. April 2010

Im Jahre 1401, dem Jahr der Gefangennahme und Hinrichtung Klaus Störtebekers, soll dieser den Hamburger Ratsherrn für seine Freilassung, eine armdicke Goldkette, die das Hamburger Rathaus umschlingen könne, angeboten haben. Das ist eine Menge Gold – und woher könnte Klaus Störtebeker dieses Gold gehabt haben? Dieser Frage wollen wir die nächsten drei Jahre nachgehen.
Wir schreiben das Jahr des Herrn 1395. Der Krieg zwischen Dänemark und Mecklenburg ist beendet. Die Piraten um Klaus Störtebeker haben ihre Schuldigkeit getan. Ohne Häfen, verfolgt und vogelfrei legten sie die Ruder um. Aber wohin? Da ist es ein glücklicher Zufall, dass ein Mecklenburger Ritter, Gero von Ebersbach, Störtebeker und Goedeke Michels bat, ihn für gutes Geld nach Calais zu bringen. An einem einsamen Strand sollen sie ihn an Bord nehmen. Doch auf der Spur von Ebersbach ist Guy de Rigault, genannt: „Das Schwert des Königs.“ Von Ebersbach ist ein Hüter des Schatzes der Templer und Rigault sein Jäger, im Namen der Krone von Frankreich. Von Rigault massakriert, gibt Ebersbach einen Teil der Wahrheit um den Schatz der Templer preis. Weit mehr erfahren Klaus und Goedeke von dem sterbenden Hüter des Graals. 18 beladene Schiffe mit Gold und Edelsteinen, ein ungeheurer Schatz, der sich in einer Templerburg bei Calais befinden soll, beflügeln die Fantasie aller Beteiligten. Und schon befinden sich Klaus und Goedeke in einem Abenteuer, in das sie nicht hineinwollten. Denn zwischen England und Frankreich tobt ein Krieg, den man später den 100-jährigen nennen sollte. Zwei mächtige Männer, der Erzbischof von Canterbury und Ludwig von Orleans, wollen den Schatz der Templer und mit diesem unermesslichen Reichtum, eine Neuaufteilung der Machtverhältnisse des Abendlandes. Im Wege steht ihnen ein weiterer Mächtiger, der Herzog von Gloucester, Onkel des Königs. Auf persönlichen Befehl des Königs soll dieser heimlich in Calais beseitigt werden. Wie es das Schicksal so will, trifft Johanna, schöne, junge und energische Tochter des Herzogs von Gloucester, auf Klaus Störtebeker. Eine zarte und spannende Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Sie rettet ihm das Leben, verpflichtet ihn aber auch, alles dafür zu tun, ihrem Vater das Leben zu retten. Showdown in Calais. Der komplizierte Code der Templer zur Öffnung der Schatz- kammer wird von Klaus – vor allen aber von seinem Freund Thomasius entziffert. Nach dem Berge versinken, sich Mauern geöffnet haben, ist die Schatzkammer leer. Aber es gibt einen neuen Hinweis, wo sich der Schatz befinden soll – in Grenada. Stadt unter Spaniens Sonne, wird nächster Zielort der Männer um Störtebeker und Goedeke Michels sein. Johanna dagegen sieht sich verpflichtet, die Wahrheit um ihren Vater, seine Rehabilitation, in die Wege zu leiten. Sie will Rache und Gerechtigkeit. So wird der Befehlshaber der Feste Calais, Sir Warring, ihr erster Ritter, die Ungerechtigkeit bezüglich ihres Vaters aus der Welt zu schaffen. Das Schicksal ihres Vaters ist das „ihr“ auferlegte Vermächtnis und sie ist bereit es zu erfüllen. So trennen sich die Wege von Johanna und Klaus Störtebeker.
Im Jahre des Herrn, Anno 2O1O, wird Klaus Störtebeker dem Schatz der Templer einen weiteren Schritt näher kommen. Wie weit – erfahren sie im Jahr des Herrn 2O11.

Seeräuberei und Raubrittertum

Donnerstag, 15. April 2010

Die Schwierigkeit, das Problem der Seeräuberei in der Ostsee angemessen zu bewerten, erinnert an das sehr ähnliche Problem, das die Geschichtsschreibung immer schon mit dem Begriff „Raubrittertum“ hatte und hat. Allerdings gibt es zwischen diesen beiden Begriffen einen großen Unterschied. Während der Terminus „Seeräuber“ auch in den zeitgenössischen Quellen bereits benutzt wurde, kommt der Begriff „Raubritter“ in den Schriftquellen des Mittelalters nicht vor. Dennoch scheint es in der Sache um ähnliche Phänomene zu gehen. Die Verbindung des Seeräubertums in der Ostsee mit dem mecklenburgischen Adel ist viel zu offensichtlich, als dass man diese übersehen könnte. Als latrones oder raubheußer hat man die ritterlichen Straßenräuber in den zeitgenössischen Quellen immerhin auch bezeichnet, womit deutlich zum Ausdruck kommt, dass auch die Zeitgenossen das Treiben dieser Ritter als unrechtmäßige Räuberei betrachteten. Was veranlasste Teile des Adels im späten Mittelalter, dem gewerbsmäßigen Raub nachzugehen? Für die Seeräuber der Ostsee fehlen zuverlässige Aussagen fast ganz. Die wenigen Angaben stammen meist von späteren Chronisten, sind daher in einem gewissen zeitlichen Abstand geschrieben und eher als moralische Wertungen zu verstehen denn als analytische Beobachtungen. Selbstaussagen der beteiligten Adelsgeschlechter fehlen ganz. Aber für die Raubritter des Mittelalters gibt es eine ganze Reihe von zeitgenössischen Einschätzungen, die über Motive und Lage der infragekommenden Adelsgeschlechter Auskunft geben. In einer vom Kartäusermönch Werner Rolevinck aus Westfalen stammenden Schrift, die um 1478 erschien, wird deutlich, dass Teile des niederen Adels in einer fast verzweifelten materiellen Lage waren. Der Zustand einer infausta paupertas, einer unglücklichen Armut, sei für dies Adligen charakteristisch. Diese „unglückselige Armut“ treibt also viele gering bemittelte Ritter zu Straßenraub und Verbrechen, und auf der tagtäglichen Suche nach der nackten Existenzabsicherung setzen sie sich der Gefahr der Verurteilung durch den Galgen und Rad aus. Aus anderen Quellen geht hervor, dass die Adligen selbst ihr gewalttätiges Vorgehen eher als Kavaliersdelikte ansahen. Tatsächlich fällt die Beurteilung, ob es sich im jeweils konkreten Fall um einen Rechtsbruch handelt oder nicht, schwer, weil die Rechtskategorien des späten Mittelalters sich fundamental von denen der Neuzeit unterscheiden. Ein ganz wesentlicher Unterschied liegt darin, dass im modernen Staat das Gewaltmonopol des Staates völlig außer Frage steht, während es im Mittelalter die „rechte Gewalt der Einzelnen“ gibt. Eine solche Gesellschaft kann keine friedliche, bürgerliche, zivile Gesellschaft sein. Deshalb erscheint uns das Mittelalter auch als „archaische Welt“, als eine Welt der Recht- und Friedlosigkeit. Eine Annäherung an die Verhältnisse des Mittelalters wir jedoch nur gelingen, wenn man versucht, dem sich in den Quellen des Mittelalters spiegelnden Rechtsbewusstsein auf die Spur zu kommen. Natürlich müssen auch ökonomische und soziale Fragestellungen in den Blick genommen werden. Es scheint zwischen den angespannten sozialen Lage des niederen Adels und den krisenhaften Erscheinungen in der spätmittelalterlichen wirtschaft und Gesellschaft Zusammenhänge gegeben zu haben, die das Entstehen von „Raubrittertum“ und auch „Seeräuberei“ in größerem Umfang möglich gemacht haben, so dass sie als „Problem“ ernstgenommen werden mussten.

Aus „Die Vitalienbrüder“ Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit. Verlag Campus