Archiv für April 2010

Mitwirkende seit 1993

Donnerstag, 15. April 2010

Norbert Braun, Sascha Gluth, Dietmar Lahaine, Hans-Jörg Fichtner, Burkhard Kurth, Jürgen Haase, Fred Braeutigam, Manfred Reddemann, Renate Blume, Sabine Kotzur, Nils Düwell, Klaus-Peter Thiele, Roland Seidler, Peter Theiss, Ben Hecker, Mike Hermann Rader, Grit Stephan, Julia Horvath, Ivette Richter, Maria-Anne Müller, Sibylle Pape, Wolfgang Lippert, Frank Rebel, Heidemarie Wenzel, Jörg Bundschuh, Jenny Jürgens, Gerit Kling, Vanida Karun, Ingrid van Bergen, Robert Glatzeder, Wolfgang Dehler, Hans Hartz, Robert Röske, Anna-Theresa Hick, Heike Schober, Christian Maelz, Carin Abicht, Ronnie Paul, Peter Cwielag, Christina Kraft, Martina Guse, Charles Lemming, Nadja Kruse, Patricia Schäfer, Joachim Kretzer, Jan Baake,    Mircea Krishan, Walfriede Schmitt, Julia Horvath, Sterica Rein, Ben D. Bremer, Linda Moran Braun, Wolfgang Lippert, Frank Rebel, Karin Hartmann, Dieter Unruh, Günther Herbrich, Christel Ortmann, Armin Zarbock, Cersten Jacob, Gerda Quies, Amrei Heymann, Martin Kummer, Mirco Dinse, Ulrich Radoy, Jürgen Lill, Martin Hauser, Detlef Diercks, Heiko Wolff, Lina Kühn, Christin Hauser, Tom Lehmann, Sebastian Kupka, Anne Moll, Bianka Schmalfuß, Harald Warmbrunn, Jürgen Polzin, Patricia Frey, Anastasia Bain, Hannes Mau, Peter Bechtel, Gerd Zimmermann, Marek Swojak, Jurik Swojak, Maria Przybylski, Nicole Krause, Thomas Endl, Jochen Falck, Henriette Ehrlich, Ute Lubosch, Alexander Reed, Jörg Bundschuh, Joseph Bundschuh, Claus Stahnke, Reinhard Scheunemann, Günther Keilhauer, Felix Gröbner, Jens Wassermann, Jennifer Maria Preuss, Beate Weidenhammer, Thomas Hinrich, Sibylle Pape, Julius Kurth, Marie Jimenez, Rollo, Niels Kurvin, Matthias Friedrich, Fernando Lopes, Benno Rutnowski, Boris Bianchi-Pastori, Norbert Petrak, Helmut Krauss, Vanida Karun, Giso Weißbach, Dietmar Huhn, Mario Ramos, Daniela Kiefer, Sarah.Jane Janson,Thomas Linke

Zeiten und Herrscher zu Zeiten Störtebekers

Donnerstag, 15. April 2010

1361

Dänenkönig Waldemar Atterdag IV. besetzt wiederrechtlich Gotland

1370

„Stralsunder Frieden“, räumt der Hanse ein Mitspracherecht der der Königswahl ein

1375

Waldemar stirbt und hinterlässt zwei Töchter mit zwei erbbrechtigten Enkeln:
Ingeborg, die ältere, Frau des Mecklenburger Herzogs Heinrich III. und Sohn Albrecht IV

Margarete, die jüngere, verheiratet mit dem norwegischen König und Sohn Olaf IV

1376

Die Hanse entscheidet sich für Olaf IV

1376/77

Albrecht II. von Mecklenburg, Großvater von Albrecht IV., ruft den Krieg gegen Dänemark aus, holt Seeräuber zu Hilfe, öffnet Häfen

1379

Albrecht II. von Mecklenburg stirbt

1380

Margarete übernimmt nach dem Tod von Mann und Sohn die Herrschaft über Norwegen und Dänemark

Erste Erwähnung eines Nicolao Störtebeker

In dieses Zeit immer wieder Ausrüstung der Friedensschiffe durch die Hanse

1388

Albrecht III. Herzog von Mecklenburg, Bruder von Heinrich, und König von Schweden, Krieg gegen Dänemark

1389

Albrecht der III. und Sohn Erich in dänischer Gefangenschaft Herzog Johann I. von Stargard übernimmt die Herrschaft über Schweden
Rostock und Wismar öffnen ihre Häfen für die Seeräuber

Winter 1393/1394

Großoffensive der Dänin gegen das mecklenburgisch-schwedische Stockhom, das die Vitalienbrüder retten

Ende 1394

Störtebeker und Goedeke werden erstmals als Hauptleute namentlich genannt

Bis 1395

Handel auf der Ostsee durch Seeräuberei fast lahmgelegt

Die Vitalienbrüder bauen Gotland zu Operationsbasis aus

26.9.1395

Friedensvertrag zwischen Dänemark und Mecklenburg: Freilassung  von König Albrecht und Sohn Erich

1397

Erich besetzt Goltand und Stirbt bald darauf – Gotland unter Sven Sture wieder Piratennest

Frühling 1398

Der Deutsche Orden vertreibt Piraten von Gotland

1398

Die einzelnen verbände der Vitalienbrüder verteilen sich auf Ostfriesland und unterstützen die Häuptlinge

1399

Strafexpedition deutscher Hansestädte gegen die Piraten in Ostfriesland

Goedeke flieht nach Norwegen, Störtebeker nach Holland

Herbst 1400

Störtebeker wird gefaßt und mit seinen Leuten hingerichtet

1401

Goedeke Michels und Wigbold werden gefangen und hingerichtet

1433 bis `35

Piraterie im Ost- und Nordseeraum mit großer Strafexpedition beendet

Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder: Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit. Campus Verlag. Frankfurt/Main, New York 1994

“Es war ein schwieriges und dennoch gutes Jahr!”

Donnerstag, 15. April 2010

Rügen (apf). Die 14. Spielzeit der Störtebeker Festspiele in Ralswiek ist Geschichte. „Es war ein schwieriges und dennoch gutes Jahr“, sind sich Ruth und Peter Hick einig. Tochter Anna-Theresa (23), die vor drei Jahren die Regieassistenz übernahm, stimmt den Eltern mit den Worten, „eine aufregenden Spielzeit in einer guten Saison“, zu. Tatsächlich waren die Begleitumstände alles andere als gut, wenn man nur an den Sturm, der zum Untergang einer Kogge führte, den Brand an der Gaststätte „Zum Störti“ samt Garderoben und Schneiderei oder auch den Wettereinbruch im August und September denkt. Trotzdem sind die Zuschauer den Festspielen treu geblieben und mit über 360.000 Besuchern ist ein ähnliches Spitzenergebnis wie im letzten Jahr zu verzeichnen.

Doch nach Rekorden strebt man ohnehin längst nicht mehr, vielmehr darum, „das hohe Niveau im Zu-schauerbereich zu halten und auszubauen“, wie Intendant Peter Hick die Herausforderung für die kommenden Jahre nennt. „Die Menschen sollen eine perfekte Show erleben, die Illusionen weckt und beeindruckt“, ergänzt Anna-Theresa. Wenn sie am Ende der Vorstellung aus dem Traum Störtebeker wieder erwachen, sollen sie nichts von der unglaublichen Mühe bemerkt haben, die das Zusammen-führen des Puzzles der jeweiligen Geschichte bereitet.

Dafür stehen schließlich Könner vor, auf und hinter der Bühne, die ihr Handwerk verstehen und mit Leidenschaft an der Erfolgsgeschichte Störtebeker Festspiele Anteil haben. „In diesem Jahr hatten wir eine besonders gute Hand in der Wahl der Schauspieler“, blickt Geschäftsführerin Ruth Hick zurück. Doch nicht nur die Schauspieler, vielmehr das gesamte Team der Festspiele sind ein geschliffener Diamant, welcher dem Produkt Störtebeker Festspiele und damit der Insel Rügen überall in Deutschland und darüber hinaus Anerkennung verschafft und Lust auf mehr bereitet.

„Es ist gut, wenn man Visionen hat, die ankommen, weil alle im Team zusammen halten, an einem Strang ziehen und jeder für den anderen da ist“, zeigt Anna-Theresa Hick eine Besonderheit der Fest-spiele auf, die mir als berichtender Journalist in dieser Spielzeit mehr als deutlich wurde. Und so habe ich keinen Zweifel daran, dass die 15. Spielzeit im kommenden Jahr erneut ein grandioser Erfolg wird. Auch deshalb, weil jeder auf der Insel von den Festspielen profitieren kann, wenn er sich auf seine Weise in das Gelingen des Gesamterlebnisses einbringt. Das sei ja auch das Anliegen der Likedeeler (Gleichteiler) gewesen, so Ruth Hick mit einem Lächeln. Für sie wie für die etwa 25 ganzjährig beschäftigten Mit-arbeiter startet nun schon die Vorbereitung der neuen Spielzeit, die mit Probenbeginn im Mai dem Höhepunkt Premiere am 23. Juni entgegen geht.

Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun. „Wir werden ganz eifrig am Entstehen des Mehrzweck- Neubau mit Gaststätte arbeiten und hoffen, dass noch vor Weihnachten das Dach auf dem Haus ist“, schaut Peter Hick in die nahe Zukunft. Ein kühnes Vorhaben, aber Voraussetzung, um termingerecht zu Proben-beginn den Innenausbau zu realisieren.

Rüganer Anzeiger 13. September 2006 (apf)

Inszenierungen seit 1993

Donnerstag, 15. April 2010

1993 „Wie einer Pirat wird“
1994 „Kampf um Stockholm“
1995 „Sturm auf Gotland“
1996 „Piraten der Westsee“
1997 „Das Schwert des Henkers“
1998 „Gesprengte Ketten“
1999 „Die Vitalienbrüder“
2000 „Die Kreuzritter“
2001 „Hamburg-Hanse-Henker“
2002 „Die Strandräuber“
2003 „Der Wolf der Meere“
2004 „Im Zeichen des Kreuzes“
2005 „Piraten vor Britannien“
2006 „In Henkers Hand“
2007 „Verraten und Verkauft“
2008 „Der Seewolf“
2009 Störtebekers Gold Teil 1 „Das Vermächtnis“
2010 Störtebekers Gold Teil 2 „Der Fluch des Mauren“
2011 Störtebekers Gold Teil 3

Die Saison 2010 kann beginnen

Donnerstag, 15. April 2010

Störtebeker Festspiele

Kleines Wortlexikon

Donnerstag, 15. April 2010

“Absolve te”
„Vergeben sei Dir!“

Achterdeck
(seemännisch von „after“) – das hintere Deck

Achterebbe
(seemännisch) – niedriger Wasserstand während der Gezeiten

Backbord
(seemännisch) – linke („back“) Schiffsseite, im Gegensatz zu
Steuerbord (rechts)

Bader
Wirt eines öffentlichen Badehauses, der auch rasiert und einfache chirurgische Operationen – wie Aderlass (sogen. „Schröpfen“) ausübte.

Bajuwarische Groschen, Gulden, Heller, Dinare
Münzen

“Benedicamus Domino. Requiescant in Pace” (lat.)
“Der Herr segne Euch und gebe Euch seinen Frieden.“

Brookmerland (fries. Bruch)
Im Mittelalter von der Herrscherfamilie tom Broke beherrschte ostfriesisches Landschaft. Galt als Land territorialer Selbstbehauptung der Friesen.

Deutscher Orden
Ende des 12. Jahrhunderts gegründeter religiös-weltliche Vereinigung.

“Devide et Impera” (lat.)
„Teile und herrsche“

Enterbeil, – Haken und (Anker-) Draggen
Mit ihnen wurden Schiffe herangezogen, um sie zu erstürmen.

Forestieren (lat.)
An einem Ritterturnier teilnehmen

Gotland
Insel vor der schwedischen Ostküste. Im Mittelalter Stützpunkt der Hanse, aber auch der Piraten.

Grossschäfer
Oberster Vermögensverwalter des Deutschen Ordens.

Heger
Beschützer

Inquisition
Päpstliche Untersuchungsbehörde mit gerichtlicher Vollmacht

Kapern
Eroberung von Handelsschiffen, meist durch Piraten

Kartaune
Mittelalterliches Geschütz

Likedeeler
Gleichteiler

Marienhafe
Kleiner Ort im nördlichen Niedersachsen, der im Mittelalter durch große Sturmfluten Meeranbindung (Wattenmeer, Leyebucht) bekam und eine wichtige Hafenstadt der Region wurde. Durch Eindeichung seit dem 18. Jahrhundert heute wieder im Landesinneren.

Vitalienbrüder, Vitalier
Piratengruppe, die im Auftrag der Hanse das belagerte Stockholm mit Lebensmitteln (Vitalien) versorgte.

Erläuterungen zum Badehaus der „Alwine Röttelpötsch“

Donnerstag, 15. April 2010

Die Spaß- und Wellnessbäder des 20. und 21. Jahrhunderts sind Beispiele dafür, dass die körperliche Reinigung keineswegs Hauptzweck des Badens sein muss. Wir können dazu täglich die Wannen und Duschen in unseren Badezimmern benutzen. Solche Zimmer gehören in Mittel- und Nordeuropa erst seit dem 20. Jahrhundert zu jeder Wohnung. Nicht zuletzt die Vertreter der Hygienebewegung des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts behaupteten deshalb, dass Mittel- und Nordeuropäer früher Wasser und Bäder gemieden bzw. letztere als Bordelle benutzt hätten. Auch in historischen Studien der letzten beiden Jahrzehnte tauchen immer wieder solche Klischees auf. Besonders häufig werden solche Urteile mit Illustrationen aus spätmittelalterlichen Handschriften unterstrichen. Allerdings erscheinen diese Bilddokumente meist ohne ihren unmittelbaren Kontext, der deutlich macht, dass der Künstler überhaupt nicht die Absicht hatte, das Bild eines tatsächlich existierenden Bads wiederzugeben.

Das öffentliche Bad als Bordell – diesen Eindruck vermittelt die Buchmalerei aus einer burgundischen Handschrift (1470) des antiken Schriftstellers Valerius Maximus, ein Bild, das der Realität nicht entsprach. Männer und Frauen badeten, anders als auch auf dem Holzschnitt zu sehen, zumindest in den öffentlichen Bädern nicht gemeinsam und zudem bekleidet. Männer bedeckten sich mit einer „Bruoch“, Unterhose, oder einem Lendentuch. Frauen trugen ein Badekleid, das – laut einigen Bad-Inventarlisten – die Bader zur Verfügung stellen mussten. Vielfach überliefert sind dagegen die Holzauflagen für die Zuber, die als Tabletts für Speisen und Getränke dienen konnten. Allerdings hielten diese Abdeckungen gleichzeitig das Wasser warm und dienten darüber hinaus als Unterlagen für die beliebten Würfelspiele. Zu den Dienstleistungen der öffentlichen Bäder gehörten ebenso das Scheren des Bartes, das Schneiden der Haare und das „Zwahen“, das Waschen der Haare. Letzteres konnte auch mit warmen Kräuterumschlägen um den Kopf kombiniert werden, um leichte Beschwerden wie Kopfschmerzen, Ohrensausen oder Konzentrationsschwierigkeiten zu behandeln. Auch die Körpermassage, das „Riben“, galt als gesundheitliche Prophylaxe.

Wasserbäder auch als Mittel kultischer Reinigung lassen sich über einen sehr langen Zeitraum verfolgen. Seit mindestens vier Jahrtausenden hinterlassen menschliche Kulturen entsprechende archäologisch nachweisbare Spuren. Heutige Zeremonien wie die Taufe enthalten noch Restelemente dieser Verwendung von Wasser.

Das Bad als Bestandteil von Festen mit rituellem Charakter war nicht auf einen engeren religiösen Kontext beschränkt. Das Baden gehörte ganz allgemein zur Fest- und Alltagskultur, das geht aus der zunehmend detaillierten Überlieferung städtischer Archive hervor. Einen rituellen Ursprung hatte auch das „Hochzeitsbaden“ in den städtischen Bädern: Der Bräutigam traf sich vor der Eheschließung mit Verwandten und Vertrauten zum festlichen Baden, Essen und Trinken. An manchen Orten feierte die Braut in derselben Weise, allerdings nur, wenn dies in getrennten Räumen möglich war.

Die Vertreibung der Vitalienbrüder aus der Ostsee

Donnerstag, 15. April 2010

Nach dem Friedensschluss von Skanör und Falsterbo 1395, der den Schlusspunkt unter den Krieg zwischen Dänemark und Mecklenburg setzte, lösten sich die Seeräuberhaufen nicht, wie im Vertrag gefordert, auf, sondern sammelten sich im Laufe des Jahres auf der Ostseeinsel Gotland. Gotland war auch nach dem Friedensschluss eine geteilte Insel. Die Mecklenburger hielten die Hauptstadt Visby, die Dänen die übrige Insel. 1397 bekam die mecklenburgische Seite durch eine militärische Aktion des Herzogs Erich gegen den dänischen Statthalter Sven Sture Gotland ganz in die Hand. Erich betrachtete Gotland ganz offensichtlich als Basis für die Rückgewinnung der Macht der Mecklenburger in Skandinavien. Kurze Zeit später starb der noch junge Herzog Erich. Nun entwickelte sich Gotland tatsächlich zu einer Seeräuberkolonie. Der heftig einsetzende Kaperkrieg der Vitalienbrüder gegen die Kaufleute in der Ostsee, unabhängig davon, woher sie stammten, brachte alle gegen die Seeräuberinsel auf: die Dänen, den Hochmeister des Deutschen Ordens und die Hanse. Das Haus Mecklenburg, unter dessen Herrschaft die Insel eigentlich stand, war hilflos. Besonders aufgerufen zum Handeln fühlte sich der Deutsche Orden, der als Ritterorden aus dem Kreuzzug Friedrich Barbarossas 1190 hervorgegangen war und in Preußen einen Ordensstaat gründen konnte. Im Winter 1397/98 zog der Hochmeister des Deutschen Ordens, Konrad von Jungingen, in aller Stille eine riesige Flotte zusammen: 4000 Mann in Rüstung und 400 Pferde auf 84 Schiffen. Am 17. März startete die Armada unter der Führung Johann Pfirts von Danzig aus. Die Aktion stand unter einem glücklichen Stern. In nur vier Tagen erreichte die Flotte Gotland.

Das Überraschungsmoment lag auf der Seite der Invasoren. Die Belagerung Visbys, das wegen seiner imposanten Stadtmauer an sich gut geschützt war, war nur von kurzer Dauer. Die Überlegenheit der Ordenstruppe war so groß, dass der Kampf für die Vitalienbrüder sinnlos schien. So kapitulierten sie und übergaben am 5. April 1398 dem Deutschen Orden die Insel.

Klaus Störtebeker und Goedeke Michels gehörten mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Vitalienbrüdern auf Gotland. Einen sicheren Nachweis dafür gibt es allerdings nicht. Bis auf kleine Reste von Verbänden, die vor allem bei den Dänen Aufnahme fanden, wichen die Vitalienbrüder von der Ostsee in die Nordsee, wo sie von den friesischen Häuptlingen, die mit sich und ihren Nachbarn in ständiger Fehde lebten, mit offenen Armen empfangen wurden.

Zusammenfassung aus dem Buch „Die Vitalienbrüder, Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit“ von Dr. Matthias Puhle, Campus Verlag

Presse “Störtebeker Festspiele 2006 – Planung bis 2012″

Donnerstag, 15. April 2010

Im Jahr 2005 verzeichneten die Störtebeker Festspiele auf der Insel Rügen einen Besucherrekord von über 366 000 Zuschauern und sind somit das erfolgreichste Freilichttheater in Deutschland. Im nächsten Jahr wird die Geschichte „Klaus Störtebeker“ und „Goedeke Michels“ nach Hamburg führen, allerdings nicht unbedingt zur Freude der beiden Helden, denn der Titel des Stücks lautet im Jahre 2006 „IN HENKERS HAND“.

Vorausschauend auf die Saison 2006 zeichnet sich, zur Freude der Veranstalter, auch jetzt schon  ein positiver Trend ab. Der Vorverkauf läuft bereits seit September 2005. Mit dem Stichtag 15. Januar 2006 sind bereits mehr als 80 000 Karten reserviert bzw. verkauft. Das ergibt eine Zuwachsrate beim Verkauf der Karten zum Vorjahr von über 38%. „Das wird wohl aber nicht die reale Zuwachsrate sein“, bemerkt Geschäftsführerin Ruth Hick: „Da müssten wir das Theater  ja vergrößern. Nein, die Leute planen den Besuch der Festspiele immer frühzeitiger. Sie sichern sich die besten Plätze. Das kann man am Reservierungsverhalten klar feststellen. Sicher, die Tatsache, dass „Klaus Störtebeker“ im nächsten Jahr seinen Kopf verliert, genauer „geköpft“ wird,  ist natürlich ein besonderes Erlebnis“ schmunzelt sie.  Begonnen wird dann im Jahr 2007 mit einem neuen Zyklus mit neuen Geschichten um „Klaus Störtebeker“, der bis zum Jahr 2012 dauern wird.  „Aus dem 20-jährigen Seeräuberleben des „Klaus Störtebeker“ haben wir bis jetzt  nur etwa 20 Stunden erzählt – da haben wir noch Stoff für 100 Jahre vor uns“ so die Geschäftsführerin. Im Jahre 2007 feiern die Störtebeker Festspiele bereits ihr 15-jähriges Bestehen. Da werden sich die Verantwortlichen  sicher etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

2010 Störtebekers Gold “Der Fluch des Mauren”

Donnerstag, 15. April 2010

Eine Abordnung Kastiliens unter Führung des fanatischen Abtes Ignatius, fordert von Granada außer den üblichen Tributzahlungen, auch die Reliquie des „Heiligen Antonius“, die im Schrein des gleichnamigen Brunnens ruht. Sollte Granada Tribut und Reliquie nicht in 100 Tagen entrichten, droht Kastilien mit Krieg.
Unglücklicherweise hat aber der jüdische Schatzmeister Granadas, Eli ibn Saul, diese Reliquie, heimlich für frühere Tributzahlungen beim Bankhaus „San Giorgio“ in Genua verkauft. Störtebeker, Goedeke und Thomasius erreichen Granada und beginnen mit ihrer Suche nach versteckten Hinweisen, auf den verschollenen Schatz der Templer. Von dem Mädchen Maria, auf deren Familie seit Generationen ein Fluch liegt, erfährt Störtebeker, dass der „Heilige Antonius“, den Maria immer wieder anruft um sie von dem Fluch zu erlösen, der Schutzpatron der verlorenen Schätze ist. Störtebeker glaubt damit, den entscheidenden Hinweis auf den Verbleib des Schatzes gefunden zu haben.
Die genuesische Bank „San Giorgio“, das eigentliche Machtzentrum der Stadt, hat zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung geladen. Die „feine Gesellschaft“ soll bei einer Modenschau die Kreationen berühmter Couturiers ersteigern, und der Erlös soll den Armen zu Gute kommen. In die Vorbereitungen platzt Eli ibn Saul, um die Reliquie vom Bankherren Baptista de Rocca zurück zu kaufen. De Rocca behauptet diese Reliquie nicht mehr zu haben und obwohl Eli ahnt, dass er betrogen wird, bleibt ihm nicht viel mehr als eine leere Drohung. Baptista de Rocca war es, der der kastilischen Krone geraten hat, diese Reliquie zu fordern. Da sie in seinem Besitz ist, liefert er den Kastilienen den ersehnten Kriegsgrund. Er finanziert den Krieg und im Gegenzug verpflichtet sich Kastilien seine gesamte Flotte bei ihm zu versichern. So hofft er sein Bankhaus zum mächtigsten Finanzinstitut Europas zu machen, Der „Schwarze Krake“ – ein berüchtigter Pirat, der im geheimen Auftrag de Roccas Schiffe kapert um deren Eigner zu Versicherungen bei ihm zu zwingen, verlangt von de Rocca ausstehenden Lohn. Doch der weigert sich zu zahlen und will obendrein seinen anrüchigen Komplizen los werden. Immerhin gelingt es dem „Schwarzen Kraken“ de Rocca ein Schnippchen zu schlagen. Der düpierte Bankherr muss die teuren Kleider der internationalen „Haute Couture“ selbst bezahlen.
Störtebeker und Maria empfinden mehr als Sympathie füreinander. Dem Geheimnis des Templerschatzes sind Störtebeker und seine Freunde allerdings nicht näher gekommen. Das Eintreffen Guy de Rigaults in Granada, der sich an Störtebekers Fersen geheftet hat um den Schatz in den Besitz des Hauses Orleans zu bringen, macht die Sache nicht leichter.
Eli ibn Sauls erfolglose Reise nach Genua lässt Hassan, den fanatischen Heerführer Granadas frohlocken. Auch er will den Krieg, so voraus schaubar Granadas Niederlage auch ist. Störtebeker begreift, dass die Reliquie der Schlüssel für Granadas Überleben, wie für das Auffinden des Templerschatzes ist. Er bietet Eli ibn Saul an, die Reliquie zu beschaffen, wenn sie ihm im Gegenzug für kurze Zeit überlassen wird. Der Schatzmeister ist zwar skeptisch, aber da er keinen anderen Ausweg sieht, geht er auf den Handel ein.
Störtebeker hat erfahren, dass der Bankherr de Rocca mit dem „Schwarzen Kraken“ schmutzige Geschäfte macht. Er hofft diesen Piraten zu fangen um den Bankherren erpressen zu können. Die Reliquie gegen das Schweigen des „Schwarzen Kraken“. Doch de Rocca wähnt sich sicher. So muss Störtebeker einen anderen Weg wählen. Am Ende hat er die Reliquie und ganz nebenbei noch die Bank ruiniert.
Der Friede ist für Granada zwei weitere Jahre gesichert. Eli ibn Saul steht zu seinem Wort, und so gelingt es Störtebeker mit Hilfe der Reliquie, dem Geheimnis des Templerschatzes noch näher zu kommen. Er verlässt Granada mit Maria. Sie hat sein Herz gewonnen und durch die Kraft der Liebe wurde sie endlich vom Fluch des Mauren befreit.