Historischer Hintergrund 2011

By 30. Januar 2011Allgemein

In unserer diesjährigen Geschichte segelt Klaus Störtebeker auf seiner Suche nach dem Schatz der Templer nach Schottland.

Wäre das historisch möglich gewesen? Auf jeden Fall sind die Vitalienbrüder zwischen 1395 und 1397 in der Ostsee nicht nachweisbar. Aufgrund des militärischen Drucks der Hanse spalteten sie sich auf und wichen in die unterschiedlichsten Richtungen aus. Eine Gruppe floh in die Nordsee und von dort weiter in den Kanal. Ihre Spuren sind in Calais nachgewiesen. Störtebeker könnte durchaus darunter gewesen sein. Die Handelsschifffahrt hatte sich schon längst die Seewege ins Mittelmeer und auch die küstennahen Seewege in den Norden erobert. Warum sollten das die Vitalier nicht ebenfalls gekonnt haben?

Schottland war zu dieser Zeit ein Königreich. Den Thron besetzte das Haus Stewart. (Die durch Schillers Drama berühmt gewordene Maria Stuart entstammt dieser Linie. Der Name wurde nur französisiert.) Ab 1390 regierte Robert III., der, von einem Pferd getreten, verkrüppelt war. Robert war ein äußerst schwacher König, und er wusste, dass sein jüngerer Bruder, der Duke of Albany, mit aller Macht nach der Krone strebte. Um dessen Erfolg zu verhindern, wollte er seinen Sohn nach Frankreich in Sicherheit bringen. Sein Schiff wurde jedoch aufgebracht und der Königssohn nach London in den Tower gebracht. Erst 1420 kehrte er aus langjähriger Gefangenschaft zurück und folgte seinem längst verstorbenen Vater auf dem Thron.

Die Magnaten Schottland waren Oberhäupter großer Clans und besaßen fast unbeschränkte Macht. Einer dieser Clans war das Haus Sinclair.

Die Sinclairs waren anscheinend auch entfernte Verwandte des Hauses Payens. Die Ehefrau Hugo de Payens, der der erste Großmeister der Templer war, gehörte zur schottischen Linie der Sinclairs. Die schottischen Ländereien der Sinclairs galten als Hochburg des Templerordens, der nach seiner Zerschlagung in Schottland weiter existiert haben soll. Greifbare Hinweise auf den Templerorden finden sich in der Kirche Rosslyn Chapel, die zum Besitz der Sinclairs gehörte. Diese Kirche ist vom Enkel Henry Sinclairs erbaut worden, von William Sinclair, auf dessen Grabstein sich uralte Symbole finden: ein Schwert, eine Rose und ein Kelch, der auf drei Stufen steht. Das Schwert steht für den kriegerischen Templerorden. Die Rose ist ein uraltes Symbol der Gemeinschaft Israels, und der Kelch steht für den Heiligen Gral. Die drei Stufen, auf denen er steht, symbolisieren die drei Stufen des salomonischen Tempels.

Henry Sinclair soll 1398 mit zwölf Schiffen über den Atlantik gesegelt sein – fast 100 Jahre vor Kolumbus – und auf einer Insel vor der Küste Neuschottlands, in Oak Island, eine unterirdische Anlage errichtet haben, in der der Schatz der Templer für immer verschwand. Dort wurde wahrscheinlich nicht nur ein Teil des legendären Templer-Goldes versteckt, sondern auch etwas von wesentlich größerem Wert. Nach alten Berichten soll das Archiv des Ordens, die Schriften über geheime Rituale und Heiligtümer der Bruderschaft, im 14. Jh. nach Schottland gelangt sein und dort von den Sinclairs gehütet. Wahrscheinlich brachte Sinclair dieses wertvolle Erbe nach Oak Island, um es für die Nachwelt zu erhalten, für all jene, die in der Lage sein würden, den unterirdischen Tresor zu öffnen. Mehrere Steine, die man auf Oak Island fand, wiesen Gravuren von Symbolen auf, die man auch in der Kirche Rosslyn Chapel in Schottland fand.

Eine verrückte Geschichte, doch wenn man sich in sie vertieft, gleitet man unweigerlich von gesicherten Fakten in das Reich der Spekulation. Das Reich, in dem Fantasien blühen und faszinierende Geschichten ihren Weg in die Bücher, in Filme oder eben auf die Naturbühne in Ralswiek finden.

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